Kaktus kommt in die Klasse- gewaltpräventive Workshops

March 18th, 2007

Inzwischen haben fünf gewaltpräventive Workshops für Kinder und Jugendliche innerhalb des Kaktus Projektes stattgefunden und ein Elternabend. drei weitere plus Elternaben werden noch folgen. Letzten Samstag hatte ich das Glück bei einem Workshop für Jugendliche als “Medienvertreterin” anwesend zu sein. Ich war sehr beeindruckt wie offen die Jugendlichen nach kurzer Zeit wurden Dank der einfühlsamen Methode des Referenten Constantin Mock vom Bündnis gegen Gewalt. Es war 16 Jugendlichen anwesend aus unterschiedlichster sozialer Herkunft. Was ich persönlich nicht erwartet hatte, war dass die Jugendlichen wirklich Tipps und Hilfestellung brauchen um sich bewusst zu werden wie man in Gefahrensituationen reagiert und warum manche Menschen eher “Opfer” werden als andere. Ja und erschütternd war, dass es viele Jugendliche gibt die bereits Opfer wurden, oder zumindest Zeugen waren. Erschreckend, dass sie nicht wirklich Hilfe bekamen.

Entsetzt hat mich “Happy slapping” - mir war dies nicht so wirklich bewusst, doch es ist absolut aktuell und den meisten Jugendlichen ein Begriff. Die Jugend kennt es, weiß es, macht aber kaum etwas dagegen, empfängt teilweise MMS mit Happy slapping Videoclips und/oder kennt sogar Gruppen die solches praktizieren. Es ist sehr traurig aber wahr, ich habe durhc men Kaktus Projekt Kinde rund Jugendliche kennen lernen dürfen die zusammengeschlagen, bedroht (mit dem Messer). sehr stark verbal gedemütigt wurden, “happy Slapping” mails erfahren, regelmässig gemobbt werden etc.

In dem Dokumentarfilm: “gewaltfreie Dokumentation - Kaktus kommt in die Klasse” den ich mit dem mut’s Jugendteam mache, werden ich genauer darauf eingehen.

Für mich steht immer mehr fest, dass dagegen angegangen werde muss. Doch wie? gewaltpräventive Kurse sind klasse, doch meist schicken Eltern ihre Kinder hinein, weil etwas passiert ist. Einige Kinder und Jugendliche haben partout keinen Bock drauf - zwingen kann und sollte man sie ja nicht.

Andres innerhalb von mut’s Projekten. Hier erreicht man viele Kinder und Jugendliche bringt ca. 200 zusammen und innerhalb eines kreativen Schaffensprozess, der sich wie im Falle von Kaktus mit der dem Thema Gewalt und Kommunikation auseinandersetzt bietet man ihnen noch (kostenlos) gewaltpräventive Kurse an. Schon nach dem ersten Kurs meinte der Referent - wow, schon lange hatte ich nicht mehr eine so tolle Gruppe. Wen wundert’s, denn wenn Kinder und Jugendliche motiviert sind - sind sie offen! Ja und wenn dann Menschen sensibel auf deren Bedürfnisse eingehen und ihnen wirklich Hilfestellungen und Tipps geben für den Alltag etc dann ist dies perfekt.

Ich zumindest gebe meinem Sohn nun die Gelegenheit dies weiter zu erfahren. Ich ihn längerfristig für gewaltpräventive Kurse angemeldet. Er berichtet seiner kleinen Schwester, die leider noch zu jung ist von dem was er dort lernt. In einem Jahr wird dies dann auch hingehen können. Schade ist, das dies nun Geld kostet - gar nicht so wenig und ich kenn viele Kinder und Jugendliche, deren Eltern einfach nicht in der Lage wären jeden Monat ca. 45 € für ihr Kinde hinzulegen.

Bei den Projekten die ich organisiere kostet es die Teilnehmer fast nichts, doch das geht nur, weil ich viel “betteln” gehe. Deswegen wurde der Verein mut’s e.V. gegründet. Und es ist mein Bestreben dies weiter zu führen um noch mehr Familien die Möglichkeit zu geben sich in wichtigen werten kostenlos und kreative weiter zu bilden. Ich freue mich natürlich über jeden Zuspruch und Unterstützung.

Gewalt in deutschen Schulen Teil 2

September 29th, 2006

Kreis Trier Saarburg, 20.September 2006 17 Uhr

Mehrere Kinder im Alter von 7-12 Jahren spielen außerhalb der Schulzeit auf dem Schulgelände.
Ein Realschüler bedroht mehre Grundschüler. Die Kinder sind verängstigt. Sie erzählen es einer Mutter, da dieser Junge dies schon öfter getan hat. Die Mutter ruft mich an, sie überlegt sich zu den Eltern dieses Jungen zu gehen um sie über das Verhalten ihres Sohnes zu informieren.

Kreis –Trier Saarburg, Dienstag, 26. September 2006

Mein Sohn besucht die 1. Klasse einer Grundschule. 7:50 Uhr. Ich unterhalte mich kurz mit dem Direktor der Schule. Er ist besorgt da zwei Lehrerinnen erkrankt waren. Eine Lehrerin wird auch vor den Herbstferien nicht mehr in die Schule kommen können. Die andere zwar nicht ganz gesund, kommt aber trotzdem. In zwei Schulklassen mußte bereit sein ganzer Schultag ausfallen. Die Lehrernot kann nicht aufgefangen werden, da Land Rheinland Pfalz kein Geld für einen Ersatz bereitstellt.

Während des Gesprächs beobachte ich im Augenwinkel, wie drei Jungen der 1. Klasse ein gleichaltriges Mädchen an der Jacke zerren und bedrängen. Mein Sohn ist dabei. Ich halte die Luft an. Das Mädchen wehrt sich immer mehr, die Jungs lassen nicht locker. Ich rufe, laufe hin und stoppe den Vorgang. Die beteiligten Jungs wollen sofort weglaufen, ich halte sie aber auf. Ich stelle, vor allem meinen Sohn zur Rede und bitte ihn sich bei dem Mädchen zu entschuldigen. Er entschuldigt sich etwas widerwillig. Die anderen Jungen folgen seinem Beispiel. Das verängstigt wirkende Mädchen ist erleichtert.

Gleicher Tag 17:00 Uhr. Mein Sohn wird von seinem besten Freund besucht. Die Beiden bauen sich eine Höhle aus Decken im Kinderzimmer und wollen von mir nicht behelligt werden. Nach einiger Zeit höre ich schreien. Mein Sohn kommt angerannt und will, daß sein Freund wieder nach Hause geht. Ich stelle die Beiden zur Rede. Der Freund hat angeblich die Höhle zerstört. In seiner Wut hat mein Sohn den Freund mehrfach ins Gesicht geschlagen, sein Freund hat sich gewehrt und zurückgeschlagen. Ich bin entsetzt. Möchte, daß sich mein Sohn entschuldigt.. Erst nachdem ich ihnen angedroht hatte, daß sie sich für ein Woche nicht mehr besuchen dürfen. Das scheint zu wirken. Recht widerwillig entschuldigt sich mein Sohn, ebenso sein Freund. Ich bitte sie, sich die Hand zu geben. Sie geben sich statt dessen den Fuß und fangen an zu lachen. Der „Bann“ ist gebrochen, die Freundschaft wiederhergestellt. Bis der Freund nach Hause geht gibt es keinen Vorfall mehr.

Am Abend spreche ich mit den Eltern von Julius Freund über das Erlebnis.

Gewalt geschieht täglich. Liegt wohl in der Natur des Lebens und Lernens. Kann offensichtlich nicht ganz verhindert werden?
Ich erkenne aber wieder einmal sehr deutlich, daß wir als Eltern und Erzieher die absolut wichtige Aufgabe und Herausforderung haben a) mit gutem Beispiel voranzugehen und b) unseren Kindern Wege zu lehren wie man mit solchen Situationen besser umgehen kann. Damit es vielleicht erst gar nicht so weit kommen muß.

Donnerstag, 28. September

Ich sitze im ICE Berlin Richtung Frankfurt. Der Zug hält Wir werden informiert, daß „sich die Weiterfahrt verzögert, da Kinder in den Gleisen spielen.“

In Frankfurt steige ich um. Auf meinem Platz liegt eine Österreichische Zietung. Titel: “Schüler (8) in Rage Lehrer rufen Polizei”

Gewalttätiges Kind zertrümmert Direktionszimmer in Wien.

Im Innenteil steht: “Blitzeinsatz für mehrere Funkstreifen Mittwoch um 11.52 Uhr in Wien, die Leitzentrale schickt die Beamten zur Volksschule an der Bischofsgasse 10 in Meidling: Im Direktionszimmer tobt ein achtjähriger Schüler. Er schlägt alles kurz und klein. Die Lehrer sind offenbar mit diesem Ausbruch der Gewalt überfordert. Die Polizisten müssen das Kind überwältigen und in einen Rettungswagen zerren….. “Eine Psychose” , warnt die Polizeileitzentrale. Der Bub wird (…) ins Sanatorium Rosenhügel eingeliefert.

Gewalt in deutschen Schulen

September 29th, 2006

Berlin, September 2006

Eine Hauptschule.

Ein Tag, den so schnell niemand vergessen wird. Während der Schulzeit kommt es zu Auseinandersetzungen in einer 8. Klasse. Der zuständige Lehrer muß eingreifen. In seiner Not flieht er mit einem betroffenen Schüler in seinen auf dem Schulgelände geparkten PKW. Mehrere Schüler bedrohen die Beiden und „besteigen“ den PKW. Die Polizei wird alarmiert. Ungefähr zur gleichen Zeit, in einer anderen Klasse, schlägt ein Schüler seinen Lehrer. Er alarmiert ebenfalls die Polizei.

Beide Schüler werden von der Schule verwiesen. Der Fall wird von der zuständigen Schulbehörde und der Polizei weiterverfolgt.

In welcher Schule werden diese beiden Schüler landen, werden sie dort einen Schulabschluß erhalten?

Die Hauptschule wird zwei neue Schüler aufnehmen müssen – vielleicht sogar zwei die ebenfalls von einer anderen Schule verwiesen wurden.

Dieser Vorfall ist kein Einzelfall. Gewalt steht in vielen Bereichen unserer Gesellschaft an der Tagesordnung.

Die Medien berichten täglich Berichte von Gewaltdelikten . Erlebnisse die Film und Computerspiel Branchen inspirieren und deren Kassen füllen.

Wochenende

September 1st, 2006

Fr. 1.9., 7.45 Uhr

Vierter Schultag

Wieder eine andere Aufsicht. Wieder sehr aufmerksam bei den Kindern und den Geschehnissen. Immer wieder gibt es Situationen wo Kinder streiten, schubsen - doch die Aufsicht ist gleich immer da, um zu schlichten und zu klären.

Am ersten Tag war ich schon ein wenig “geschockt” über die Vorkommnisse, doch inzwischen habe ich mich beruhigt. Julius gefällt es sehr gut in seiner Klasse. Ich habe Vertrauen gewonnen, dass mein Kind in guten Händen während seiner Schulzeit ist.

dritter Schultag

September 1st, 2006

Do. 31.8., 7:45 Uhr

Dritter Schultag

An diesem Vormittag war die gleiche Aufsicht. Ein Junge sass weinend auf der Bank. Ich ging auf ihn zu - weil ich ihn flüchtig kannt, da weinte er noch mehr. Ich bat die zuständige Lehrerin zu ihm zu gehen. Sie tat dies. Sagte mir aber, dass er gerne in solchen Situationen “eher in Ruhe” gelassen sein möchte. In einer Ecke stand ein kleiner Junge der ganz schüchtern die Kinder auf dem Schulhof betrachtete.

Kaktus kommt in die Klasse

September 1st, 2006

Seit kurzem erarbeitete/produziere ich mit Kindern einer Grundschule und eines Kindergartens die Uraufführung des Musicals:

Kaktus kommt in die Klasse

Der Skateboard fahrende grüne Kaktus, genannt Spiky kommt neu in eine Klasse.

Spiky, voll von spitzen Stacheln wurde nie lange an einer Schule geduldet. Immer wieder geriet er in Schwierigkeiten und hier, an der neuen Schule, wird es vielleicht wieder genau so sein. Kaum in der Klasse, wird er auch schon Anführer einer Gang. Nach einem „Verlierer“ – Erlebnis zerstört die Gang als erste Tat ein farbenreiches Blumenbeet. Aber, nach vielen Abenteuern denkt Spiky, dass mal wieder alles schief gelaufen ist. Er läuft weg und verläuft sich in einem Angst erregenden schwarzen Wald. Dank der Begegnung mit dem „Weisen“ Moos findet er Mut wieder in die Schule zurückzugehen. Dort entscheidet sich Spiky, den süßen Saft in seinem Innern mit anderen zu teilen und findet endlich eine Klasse und Freunde bei denen er bleiben kann. Begeisterung und Abenteuer, doch vor allem das Umgehen mit Konflikten und mögliche Lösungswege werden abwechslungsreich und spannend mit Musik, Tanz und Lichttechnik bei „Kaktus kommt in die Klasse“ umgesetzt.

(Libretto: S. Jefferies)

zweiter Schultag

August 30th, 2006

Mi. 30.8., 7:45

Zweiter Schultag

Heute hatte eine andere Lehrerin Aufsicht. Sie stand mitten auf dem Schulhof und unterhielt sich mit einer Gruppe Kindern – dabei immer ein Auge, auf den Rest.

Es kam zu verbalen Streitereien mit obigen Kindern (und einigen mehr). Sie schlichtete diese sofort mit Gespräch und per Handschlag. Ich erzählte ihr dann vom gestrigen Vorfall und sie sagte, dass die zwei der Jungs viel Bewegung bräuchten, deshalb Stress eher körperlich umsetzen würden. Ebenso bemerkte sie dass alle diese Jungs in der Klasse einer Kollegin seien. Sie deshalb nicht soviel Kontrolle auf die Kinder hätte.

Gutes Vorbild diese Lehrerin – da weiss ich, dass meine Kinder in guten Händen sind!

Erstklässler

August 29th, 2006

Di, 29.8., 7:45

Julius erster “offizieller” Schultag

7:45 Uhr Julius Eve und ich kommen in Julius Grundschule an. Sein erster offizieller Tag.

J ein Junge, den ich schon seit drei jahren aus Kindergarten und -Chor kenne und zwei weitere Schuljungs spielten Körper - Knuppauto.

M. und T. kamen auf mich zu und begrüßten mich, dann erzählten sie das X jeden Tag verprügelt würde.

Innerhalb von 15 Sekunden lag X schreiend und weinend auf dem Boden. Die beiden anderen Jungs liefen davon. J. war kaum zu beruhigen. Laut japsend erzählte er dass 4-6 Jungs ihn umgeschmissen hätten – ich konnte ihn nicht beruhigen. Er steigerte sich immer mehr in seine Fassung der Geschehnisse. Die beiden anderen und er hatten sich aber gegenseitig provoziert. Die zuständige Lehrerin stand unter dem Pausenhallendach und reagierte nicht, - vielleicht, weil ich am vermitteln war….