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It gets better? – Ätt git besser!“ Antimobbing Event Brunnenhof Trier
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Vor einer Woche habe ich dem Leben auf Wiedersehen gesagt. Es ist mir recht leicht gefallen. Kein Schmerz, keine Trauer. Es war eine bewusste Entscheidung. Endlich frei sein. Endlich erlöst sein von diesen monatelangen Qualen, die mir das Leben unendlich schwer gemacht haben.  Endlich ein Mal im Leben ein Jemand sein. Endlich „Ich“ sein.

Ihr müsst mich auch anschauen, wie ich da liege. Mama. Papa. Alle, wie ihr da steht. Jetzt versteht ihr vielleicht meinen Schmerz. Jetzt zeigt ihr plötzlich Gefühle. Euer Sonnenschein ist nicht mehr da. Euer Sonnenschein macht euch jetzt keinen Kummer mehr. Jetzt ist niemand mehr da, auf dem ihr herum hacken könnt.

Weißt du noch Mama.....das hast du mir immer beim zu Bett gehen vorgesungen „ schlafe mein Prinzess`chen schlaf ein , sanft in die Träume hinein und freu dich auf den neuen Tag. Schlafe mein Prinzess`chen schlaf ein“ (singt leise).und dann hast du mir immer einen Kuss gegeben und gesagt „Wenn du einmal Kummer hast, bin ich immer für dich da. Jederzeit.“...Das war damals, als ich noch ein Kind war... Aber jetzt Mama, was ist mit jetzt? Du hast dich so verändert. Ach ich bin dir nicht mehr wichtig. Ich bin noch nicht erwachsen. Ich hätte dich gebraucht. Hast du denn nicht bemerkt, wie schlecht es mir ging in den letzten Monaten. Hast du denn nicht mein heimliches Weinen gehört, wenn Papa mich wieder gequält hat, wenn er mich bis zwei Uhr nachts an den Hausaufgaben hat sitzen lassen? Hast du das alles nicht gehört? Hast du nicht bemerkt, wie alleine ich war? Warum warst du nie da, wenn ich dich mal gebraucht habe? Warum hast du dich so verändert?

Und Papa, für dich, für dich zählen doch nur die guten Noten.“ Der Mensch kann nur was werden, wenn er studiert“ am besten noch Jura, so wie du...Gefühle zeigen, so was gab es bei dir nicht. Wusstest du eigentlich, dass die anderen mich in der Klasse nicht mehr beachtet haben, nur weil ich Klassenbeste war? Sie haben sich über mich lustig gemacht. Aber ich musste ja lernen, lernen und nochmals lernen. Durfte die Ehre der Familie nicht beflecken. Ich  habe dein „doofes Spiel“ jeden Gott verdammten Tag mitgespielt. Immer nur die liebe Tochter spielen, die alles kann. Ich hatte wirklich Angst vor dir, aber gleichzeitig wollte ich deine „Prinzessin sein“. Ich wurde nur  noch  „Streberschwein“ und „Arschkriecher“ genannt. Irgendwann bin ich dann immer stiller und stiller geworden Papa, ich habe das nicht mehr ausgehalten.

Nein, das ihr euch überhaupt hier her traut. Das „Streberschwein“ wird beerdigt. Plötzlich seht ihr so ...na....ihr seht so unscheinbar, ja fast ein bisschen traurig aus. Ihr habt doch nicht etwa ein schlechtes  Gewissen? Ich habe keine Angst mehr vor euch. Ich verabscheue euch zu tiefst. Ich hasse euch. Ihr habt mir mein Leben zur Hölle gemacht. Ihr habt mich schikaniert, wo ihr nur konntet. Alle haben dieses Spiel mitgespielt.“Komm wir machen die Emma fertig, bis sie am Boden liegt und nicht mehr kann.“ Selbst, du, Susanne, meine beste Freundin. Irgendwann habt ihr mich gar nicht beachtet. Ich war einfach Luft, nicht mehr existent. Und dann habe ich mich ausgelöscht!

Frau Braun. Es freut mich, dass  sie gekommen sind. Sie waren wirklich die Einzige, die mein tägliches Leiden gesehen hat und mich auch mal in den Arm genommen hat. Aber warum haben sie nicht mehr getan? Ich habe ihnen doch von meinen Sorgen und meinem Kummer erzählt. Sie haben nur gesagt „Das wird schon wieder Emma. Jemand, der so großes Potenzial in der Schule hat, wie du, der bringt es mal weit. Du darfst dich da nicht fertig machen lassen.  Denk bitte immer an deine Zukunft. Dein Vater meint es nur gut und das dumme Geschwätz der Schüler. Ach das musst du ignorieren. Denk an deine Zukunft Emma, hörst du?“. An meine Zukunft denken.....welche  Zukunft? Die war einfach nur noch schwarz.. meine Zukunft.

Ich sehe eure Tränen, aber ihr habt meine Tränen nie wirklich sehen wollen. Es tut zu weh, jetzt zu gehen, wo ich gesehen habe, das ich euch nicht egal bin. Hätte es vielleicht nicht doch einen anderen Ausweg gegeben? …..Jetzt ist es zu spät (traurig)!