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Mut's e.V. Antimobbing Phase 2

Therapeutische Gesprächsgruppe: Berichte von Teilnehmerinnen!

Lieber Leserinnen und Leser!
Liebe Spender!

Am Donnerstag den 14. März 2013 hatten wir unsere letzte Gruppen-Therapie-Sitzung.
Zumindest dachten wir das alle noch bis am Dienstag...
Vielen lieben Dank das Sie dieses Projekt auch weiterhin unterstützen und uns somit die Möglichkeit bieten noch 5 weitere Sitzungen halten zu können.
Mir persönlich geht es danach immer viel besser, denn da wir in einer Gruppe die Therapie halten, bleibt natürlich nicht genügend Zeit auf jedes Thema spezifisch einzugehen.
In der ersten Runde erzählen wir immer was uns in der Zeit beschäftigt hat seit dem wir uns das letzte Mal gesehen hatten.
Daraus bildet sich dann meist von selbst das Thema der Sitzung, denn jeder versteht das Problem des anderen. Viele Sachen die andere momentan beschäftigen sind Dinge mit denen ich mich seit Jahren rumschlage.
Manchmal geht es mir gut und dann denk ich an so Sachen überhaupt nicht in dem Moment. Die anderen haben ähnlich Probleme und somit muss ich nicht an alles denken. Jedes Thema das angesprochen wird, ist auch ein Thema das mich betrifft und das ist gerade das besondere an unserer Runde.
Ich muss nicht zwangsläufig einen Roman erzählen und erklären, denn jeder macht etwas Ähnliches durch wie ich.
Wenn ich mit Freundinnen über solche Probleme geredet habe, kam man schnell wieder auf andere Themen weil „normale“ Menschen nicht wissen wie es einen prägen kann, auch über eine solch lange Zeitspanne.
Ich nehme mir jedes Mal  vor nicht zu weinen aber das kommt einfach automatisch, denn es gibt Dinge die bei uns allen seit wir kleine Kinder waren beschäftigen. Leider beeinflussen diese Themen auch unser heutiges Leben, denn die meisten von uns können nicht unterscheiden, wer jetzt gerade „an der Macht“ ist:
Ist es die 12 jährige Susanne vor der alle weggelaufen sind oder ist es die 18 Jährige die einen Au Pair Platz in Australien hat und ihren Schulabschluss mit 1,86 gemeistert hat?
Mich beschäftigt vor allem die Frage:
Wer bin ich? Was will ich? Und wie kann ich die Vergangenheit ruhen lassen?
Das werde ich bestimmt nicht in dieser Gruppentherapie herausfinden aber es ist schon mal ein Anfang.
Dass Sie uns diesen Neuanfang ermöglicht haben, dafür danke ich Ihnen nochmals von Herzen!
Liebe Grüße
Susanne *

(*Name von der Redaktion geändert)

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Bericht einer Teilnehmerin der Mobbing-Gesprächsgruppe

Ich hatte mit dem Thema „Mobbing in der Schulzeit“ eigentlich schon abgeschlossen oder es zumindest versucht. Als es dann hieß, dass wir zu einer „Psychologin“ können, stand ich der ganzen Sache doch etwas skeptisch gegenüber, weil ich Angst hatte, dass alte Wunden, die ich längst verdrängt hatte, plötzlich wieder präsent werden. Ich habe mich aber dann doch darauf eingelassen, weil ich gerade zu diesem jetzigen Zeitpunkt das Gefühl habe, das es mir gut tun könnte. Etwas aufgeregt und mit einem mulmigen Gefühl im Magen bin ich dann zu unserem ersten gemeinsamen Treffen gegangen. Zum Glück war ich nicht alleine. Insgesamt sind wir zu fünft. Recht schnell hatte ich ein Gefühl, hier kann ich mich öffnen, hier kann ich ganz ich selbst sein. Dieses Gefühl hatte ich während meiner Schulzeit leider sehr selten. Die Psychologin, Sandra Molter*, hat sofort einen sympathischen Eindruck gemacht und ich hatte überhaupt keine Probleme damit mich zu öffnen. Begonnen hat das Ganze mit einer kleinen „Traumreise“, die mich sofort entspannter gemacht hat. Für mich ist es besonders wichtig, dass ich mich vor bestimmten Situationen besser schützen kann bzw. lerne eine Grenze zu ziehen, damit ich nicht so angreifbar für meine Umwelt werde.  Frau Molter hat  uns dafür aber gleich eine gute Übung mit auf den Weg gegeben. Jetzt, nachdem wir unsere zweite gemeinsame Stunde hatten, habe ich auf jeden Fall das Gefühl, dass ich sehr viel lernen kann. Auch merke ich, dass ich mit meinen Problemen nicht alleine da stehe, dass ich sehr offen darüber reden kann und dass ich verstanden werde. Jeder in der Gruppe akzeptiert jeden. Das gibt mir ein Gefühl der Sicherheit. Auch hoffe ich, dass ich durch unsere gemeinsamen Treffen mich selbst besser verstehen lerne und ein stärkeres Vertrauen/Bewusstsein mir selbst gegenüber entwickeln werde.

*Namen von der mut‘s - Redaktion geändert

Weiterer Bericht einer Teilnehmerin der Gruppe

Am Nikolaustag war unsere 2. Gruppentherapiesitzung, die wir danke Ihrer Spenden finanzieren und angeboten bekommen konnten. Die erste Sitzung war sehr aufbrausend. Ich wusste nicht, was mich erwartet und ich war skeptisch, denn meine erste Erfahrung von einer Therapie war nicht sehr hilfreich für mich. Aber dadurch, dass wir uns untereinander kennen und durch das Projekt auch schon einen groben Überblick über die Probleme der anderen haben, fällt es leichter Dinge zu erzählen die einen beschäftigen.

Bei diesen Gesprächen hab ich wirklich das Gefühl nicht alleine zu sein. Wenn die anderen erzählen, gibt es immer Sachen die mir selbst widerfahren sind und mit denen ich mich gefühlsmäßig auch selbst identifizieren kann. Jeder ist von seiner Art und Weise natürlich individuell aber man merkt, dass wir irgendwie alle von dem Mobbing (egal, ob jemand damit abgeschlossen hat oder noch mitten drin steckt) geprägt worden sind und es auch heute noch unser Tun und Handeln beeinflusst, auch wenn es bei manchen nur im Unterbewusstsein ist.
Leider erfahre ich auch auf meiner jetzigen Schule immer wieder Aktionen, die mich psychisch zurückwerfen und mit denen ich nicht weiß umzugehen.

Natürlich sind die Methoden, die uns vorgeschlagen bzw. angeboten werden reine Übungssache. Doch im Eifer des Gefechts denkt man nicht an so was wenn man es nicht verinnerlicht hat.
Seit ich seit 2 Jahren ins Fitness-Studio gehe bin ich etwas stabiler geworden und hab mich nicht nur äußerlich verändert. Es hilft mir meine Aggressionen gegen die Mobber zum Beispiel einfach aus dem Leib zu laufen und mich zu verausgaben.
Ich weiß, dass ich meine Situation jedoch nicht einfach mit Sport und Verschlossenheit und stillen Tränen ignorieren kann. Daher bin ich dankbar auch für Ihre Unterstützung und die Sitzungen mit den anderen 4 Mädels!

Ich werde mir auch zusätzlich noch Hilfe nehmen, denn in der Gruppe ist für so viel Gesprächsstoff gar nicht die Zeit und das Geld reicht auch nicht für den Prozess der „Genesung“ zusammen gehen zu können.

Aber es ist ein erster Schritt und ich bin glücklich ihn nicht alleine gehen zu müssen.
Liebe Grüße,
Simone *

*Namen von der mut‘s - Redaktion geändert

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